Die große Flosse

In den 1960er-Jahren war sie das Oberklasse-Automobil „Made in Germany“ schlecht-hin: die „große Flosse“ von Mercedes-Benz, sachlich korrekt W111-Baureihe genannt. Formensprachliche Eleganz, Sechszylinder-Kultur und Reisekomfort bietet die Mercedes-Heckflosse 220 SE par excellence.

Die große Flosse

In den 1960er-Jahren war sie das Oberklasse-Automobil „Made in Germany“ schlecht-hin: die „große Flosse“ von Mercedes-Benz, sachlich korrekt W111-Baureihe genannt. Formensprachliche Eleganz, Sechszylinder-Kultur und Reisekomfort bietet die Mercedes-Heckflosse 220 SE par excellence.

Der Mercedes-Benz W 111 war ein Modell der Heckflossen-Serie von Mercedes-Benz, unter Liebhabern auch „große (Heck-)Flosse“ genannt, in Abgrenzung zur Baureihe W 110 (sog. „kleine Heckflosse“). Der W 111 löste die großen Ponton-Modelle der Baureihe W 180 im Jahr 1959 ab und lieferte die technische Basis für die Mercedes-Modelle bis Ende der 1960er Jahre.

Die im Vergleich zu den damaligen US-Fahrzeugen maßvollen Heckflossen wurden vom Hersteller „Peilstege“ genannt und galten laut Mercedes als Einparkhilfe, die das Ende des Wagens markiert. Der W 111 folgte der bis 1959 gebauten großen „Ponton“-Serie W 105 und W 180 nach. Seine geradlinig elegante Karosserieform stammt vom damaligen MB-Chefdesigner Karl Wilfert und seinem Team. Die Karosserie zeichnet sich durch eine bis dahin nicht gekannte passive Sicherheit aus: Sie hatte als erste eine stabile Fahrgastzelle und wirksame Knautschzonen. Mercedes führte umfangreiche Crashtests durch, z. B. brachte man ein Fahrzeug mit 80 km/h über eine Rampe zum Überschlag.

Als Nummer 69.691 verließ die letzte 220 b Limousine im Sommer 1965 das Werk. Lediglich der 230 S lief noch bis 1968 vom Fließband. Nachfolger war der ab 1965 gebaute W 108.